Hart am Wind – die neue Kolumne zum alten Thema

Unter der Überschrift „Hart am Wind“ werden wir zukünftig in unregelmäßigem Abstand aber zu aktuellen Anlässen kommentieren.

Nun kommt wieder Goldgräberstimmung in der Jamaikakoalition auf. Buchholz, Wirtschaftsminister und sein Schürfgenosse Albrecht, Umweltminister des Landes Schleswig-Holstein, klopfen schon mal per Brief bei Bundeswirtschaftsminister Altmaier an, um möglichst viel Kohle –Verzeihung: saubere Subventionen –  für die „Norddeutsche Wasserstoffstrategie“ nach Schleswig-Holstein zu holen.  „In Schleswig-Holstein gibt es nicht nur zahlreiche Akteure, die Erneuerbare-Energie-Anlagen errichten und betreiben, sondern auch ein breites und hochinnovatives unternehmerisches Ökosystem, das sich intensiv mit der Erzeugung und Nutzung von grünem Wasserstoff befasst“, schreiben die beiden nach Berlin. Als ob Altmaier das vergessen hätte! Vergessen haben die beiden offenbar in ihrem Bettelbrief zu erwähnen, dass in Schleswig – Holstein schon seit Jahren rund ein Viertel aller Windmühlen still stehen, weil das Netz den erzeugbaren Strom nicht aufnehmen kann.

Nun hätte man schon seit Jahren deren Strom zu Wasserstoff machen können, denn dass das „die dümmste Art ist, sein Geld auszugeben“, hatte bereits Wirtschaftsminister Buchholz damals erkannt, nachdem ihm der Präsident der Bundesnetzagentur Hohmann vor zwei Jahren die Zusammenhänge erklärt hatte. Geschehen ist nichts, da es ja nur Geld für neue Windräder gab. Jetzt gibt es also Geld für alles, was den Namen „Wasserstoff“ trägt. Da das Stromnetz aber nicht ausreicht für den Transport in die großen Wasserstoff-Verbrauchsregionen und hierzulande eine bisher sehr überschaubare Anzahl wasserstoffgetriebener Fahrzeuge unterwegs ist, ergibt sich die Frage, ob jetzt neben jedem Windrad ein Elektrolyseur nebst Speicher als Zugabe errichtet wird? Schließlich müssen die Subventionen doch abgerufen werden. Man darf also sehr gespannt sein, was sich das Minister-Duo für sein „hochinnovatives Ökosystem“ dafür ausgedacht hat.